{"status": "failed"} Klimaforscher befürchten eine dramatischere Erderwärmung

Steuern wir auf eine Heißzeit zu?

Die meisten Klimaforscher sprechen von einer “Warmzeit”, wenn sie über den Klimawandel und die globale Erwärmung reden. Die Wissenschaftler des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, kurz PIK, wählen nun einen anderen Begriff, sie sprechen von einer “Heißzeit”, die auf uns zukommen könnte. Selbst unter der Annahme, die Ziele des Klimaabkommens von Paris würden eingehalten, besteht laut PIK diese Gefahr.

Image result for Steuern wir auf eine Eiszeit zu?In zahlreichen Einzelstudien wurden die potentiellen Auswirkungen untersucht und zusammenfassend sieht ein internationales Team von Forschern die Möglichkeit einer langfristigen Erwärmung der Temperaturen um vier bis fünf Grad. Damit einhergehen könnte ein Anstieg des Meeresspiegels um zehn bis sechzig Meter.

Im Blickpunkt dieser Studien sind besonders die so genannten Kippelemente in unserem Klimasystem. Diese Elemente können bereits durch relative geringen Einfluss von außen ihren Zustand verändern und so für große Auswirkungen sorgen, in vielen Fällen könnte das sogar unumkehrbar sein. Solche Kippelemente sind beispielsweise auftauende Permafrostböden in Russland, die Eiskappen an Nord- und Südpol, der Amazonas-Regenwald und die sich erwärmenden Methanhydrate auf dem Meeresboden.

Johan Rockström, der designierte Ko-Direktor des PIK und einer der Mitautoren der Studie, erläutert die Problematik. Es besteht die Gefahr, dass diese Kippelemente sich wie Dominosteine verhalten. Kippt eines dieser Elemente um, bringt es ein anderes Element in einen kritischen Zustand, das Ergebnis könnte eine weitreichende Kettenreaktion sein.

Das Pariser Zwei-Grad-Ziel ist laut der Studie keine Garantie dafür, dass das Klimasystem der Erde in eine für den Menschen und die Umwelt sichere Ruheposition kommt. Die Menschheit hat seit Beginn der industriellen Revolution bereits eine Erderwärmung von etwa einem Grad verursacht. Weitere zwei Grad könnten kritische Prozesse anstoßen, die auch ohne weiteres menschliches Zutun ein Eigenleben entwickeln können. Rückkopplungseffekte würden diesen Effekt zudem noch verstärken.

Andere Klimaforscher, z. B. Reto Knutti von der ETH Zürich, kritisieren, dass die Veröffentlichung insgesamt wenig konkret ist. Aber Jonathan Overpeck von der University of Michigan hält den provozierenden Charakter für wichtig. Es sei richtig, sich jetzt Sorgen zu machen und Risiken mit katastrophalen Auswirkungen nicht zu ignorieren.

Add Comment