Stellen Sie sich dieses Szenario eines deutschen Unternehmens vor: Die Produktion findet größtenteils in Spanien statt, Zulieferbetriebe sind in Polen, Tschechien und Südkorea, der Software-Dienstleister hat seinen Firmensitz in Indien und es gibt eine technische Zusammenarbeit mit den USA. Nur die Produktion von Spezialteilen findet noch in Deutschland statt, Entwicklungsabteilung und Firmenleitung wurden auch noch nicht verlagert.

Dieses Beispiel ist typisch für die heutige Situation vieler UnImage result for Die Globalisierung ist nicht mehr aufzuhaltenternehmen und das weltweit gesehen. Globalisierung heißt das Stichwort. Durch die immer stärker werdende internationale Konkurrenz sehen sich viele Unternehmen gezwungen, einzelne Unternehmensteile oder -aufgaben in Länder mit einem deutlich niedrigeren Lohnniveau zu verlagern. Wenn man auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben will, so muss man seine Herstellungskosten optimieren.

Nicht zu unterschätzen sind allerdings die Anforderungen, diese ausgelagerten Aufgaben oder Firmenbereiche in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Nicht nur Logistikprobleme sind hierbei zu lösen, man muss auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen, neue Verfahren zur Qualitätssicherung etablieren und noch einiges mehr. Gelingt die Integration, hat die internationale Zusammenarbeit viele Vorteile, für beide Seiten.

Vielen Ländern aus dem ostasiatischen Bereich ist es in den letzten Jahren gelungen, sich über die Globalisierung in die Weltwirtschaft zu integrieren, mit positiven Folgen für die Wirtschaft und auch den Lebensstandard der Bevölkerung. Im nächsten Schritt führte diese Entwicklung auch zu Verbesserungen von Arbeitsbedingungen, Umweltthemen und nicht zuletzt zu mehr Demokratie.

Durch die zunehmende internationale Verflechtung gibt es allerdings auch Risiken. Im Falle von Krisen besteht die Gefahr, dass sie die gesamte Weltwirtschaft bedrohen. Weltweite Finanzmarktregulierung und eine internationale Bankenaufsicht können hier helfen, aber noch gibt es hierzu keine Vereinbarungen.

Für den Arbeitsmarkt in den reichen Industrieländern scheint die Globalisierung auf den ersten Blick ein großer Nachteil zu sein, viele Arbeitsplätze wandern in Billiglohnländer ab. Doch diese Entwicklung lässt sich kaum mehr umkehren, so gilt es die Gelegenheit zu nutzen, und die eigene Bevölkerung zu qualifizieren für Tätigkeiten, die im eigenen Land nachgefragt werden und für neue Berufsbilder, die erst durch die Globalisierung geschaffen wurden.